Paarbeziehung mit Kind/ern

Paarbeziehung mit Kind/ern

Wenn euer Baby auf die Welt kommt, verändert das eure Beziehung. Egal, ob lang ersehnt, spontan umgesetzt oder als kleine Überraschung, Kinder bringen Leben ins Haus. Aus Zwei werden drei und das verändert Einiges. Das eine Paar schweißt es noch enger zusammen, sich um ein Kind zu kümmern, andere Paare stresst es und wieder andere verlieren sich aus den Augen, da der Mann meint, nur noch arbeiten zu müssen, um die Familie versorgen zu können. Die Frau ist derweil mit dem Kind zu Hause.

 

Der Partner in der Zeit des Wochenbettes

Viele Männer fühlen sich im ersten Jahr aufs Abstellgleis geschoben. Sie kommen an ihre Frau, als Partnerin oder gar Geliebte, nicht mehr heran- sie scheint nur noch Mutter zu sein. Dies ist umso mehr der Fall, wenn sie bis über das obligatorische halbe Jahr hinaus, das in Deutschland Standard ist,  stillt.

Was kann der Partner da machen? Vor allem in der ersten Zeit, kann er seine Partnerin und den kleinen neuen Erdenbürger verwöhnen und umsorgen. Auch hier kommt es wieder darauf an, wie ihr als Einzelpersonen und als Paar tickt.Frauen befinden sich in dieser Zeit hormonell im Ausnahmezustand. Die eine ist überglücklich und energiegeladen, die nächste ist im Dauertief und und viele wieder wechseln ihre Stimmung, wie das Wetter im April. Schuld ist die hormonelle Rückumstellung nach der Entbindung. Die kann einen emotional ganz schön durcheinanderbringen. Ich habe auch ständig vor Rührung geweint, weil ich meinen kleinen Sohn so entzückend fand.

Dennoch kann ich den frischgebackenen Vätern keinen allgemeingültigen Rat mit an die Hand geben.  Sprecht miteinander, was es gerade braucht. Dies kann sich auch von Tag zu Tag unterscheiden.

Die eine Mutter wird gern verwöhnt und bekommt Essen an Bett geliefert. Die andere findet es toll, selbst zu kochen und zu wissen, der Partner kümmert sich derweil ums Baby. Und manchmal möchte sie sich vielleicht verwöhnen lassen und dann wieder etwas Freiraum haben und selbst etwas schaffen.

Egal, wie ihr es organisiert, was die wenigsten Frauen brauchen, meine ich,  sind abwesende Väter. Auch wenn es finanzielle knapp ist und Überstunden vielleicht etwas Luft verschaffen können, so ist das Wochenbett doch Zeit, die nicht wieder zurückkommt und die so wichtig für die Bindung zwischen Eltern und Kind ist. Da ist es gut, als Vater dazu sein und als Mutter nicht überlastet zu sein.

Wenn bereits Geschwisterkinder da sind, wird das Ganze natürlich etwas komplizierter, vor allem, wenn sie wie bei uns damals noch nicht in der Kita oder Schule sind. Dann kann es tatsächlich hilfreich sein, wenn der Vater mit ihnen rausgeht und Mutter und Baby einfach mal Zeit für sich haben.

Dieses mal habe ich den Vormittag für mich und unseren kleinen Sohn. Dann holen wir den Bruder aus der Kita. Die große Schwester bleibt meist bis Nachmittag. Sie ist ein echtes Kita-Kind und liebt es mit den anderen zu spielen. Daher wird vieles entspannter, als damals, als die beiden noch klein waren.

Auch ich habe meine Lehre aus dem nicht gelebten Wochenbett gezogen und werden mich diesesmal mehr schonen. Ich bin kein Coachpotato, aber ich werde auch nicht wie gewohnt einfach weitermachen, und zwei Wochen nach der Entbindung in Wanderurlaub aufbrechen. Ich werde regelmäßige Ruhezeiten und Pausen in der Waagerechten einplanen.  Daher bin ich sehr versöhnt, dass unser Kleiner ein Novemberkind wird. Da zieht es einen sowieso nicht unbedingt raus .

Und diesesmal weiß ich auch, wie schnell die Zeit vorbei ist. Nichtnur die Zeit des Wochenbettes. Das erste Jahr vergeht wie im Fluge, da sich die Kleinen so schnell entwickeln und jeder Tag etwas Neues bringt. Also versucht es bei aller Anstrengung, die sich dabei auch ergibt, zu genießen.

 

Emanzipation und Elternschaft

Neben den Herausforderungen, die die Emanzipation für Beziehungen mit sich gebracht hat, hat sie natürlich auch unser Elternsein verändert. Und da stellen sich zum Teil besondere Herausforderungen. Zum einen ist die Gleichstellung noch lange nicht gegeben und Frauen verdienen immer noch weniger, so dass sich viele Männer nach wie vor in der Versorgerrolle sehen. Auch bedeuten Kinder immer noch Karriereeinbrüche für die meisten Frauen. Und zum anderen ist die Gleichmacherei, die oft unter dem Deckmantel der Emanzipation betrieben wird, auch nicht die Lösung. Denn Männer und Frauen sind nicht gleich, sondern gleichwertig. Sie gleich zu behandeln, bedeutet oft das Gegenteil von Gleichstellung.

Denn in der ersten Zeit hat es die Natur so gedacht, dass das Baby bei der Mutter ist, egal, ob sie sich emanzipatorisch selbstverwirklichen will. Das heißt aber nicht, dass man als Mutter nicht arbeiten kann. Auch als frischgebackene Mutter, kann man arbeiten, wenn man es schafft, sich gut zu organisieren. Ich werde diesesmal auch nicht aufhören zu arbeiten. Ich stelle vor allem in der ersten Zeit um auf online. Meine Patienten werde ich weiterhin betreuen, nur eben online und nur in Ausnahmefällen in der Praxis vor Ort. Die heutige Zeit bietet viele Möglchkeiten.

Doch schau gut, ob es dir wirklich wichtig ist zu arbeiten oder ob es dich stresst. Doch für viele Mütter und auch deren Kinder und ebenso für die Partnerschaften wäre gut, wenn die Frauen und Mütter sich diese Freiräume schaffen. Es geht nicht darum Vollzeit oder 30 Stunden die Woche zu arbeiten. Aber ich höre immer wieder frustrierte Mütter, die sich nur noch aufs Muttersein reduziert sehen und deswegen zu zeitig wieder arbeiten gehen. Darunter leidet dann die Bindung zum Kind und oft auch die Partnerschaft, da bei aller Emanzipation die Doppelbelastung bzw. Dreifachbelastung von Arbeit-Kind und Haushalt immer noch in den meisten Fällen bei den Frauen liegt. Dabei kann es ungemein verbinden, zusammen den Haushalt, die Erziehung und auch die Arbeit zu bestreiten. Denn um dies umzusetzen, müsst ihr euch abstimmen und schauen, wer wann was übernimmt und wie wichtig Arbeitsprojekte sind und welche warten können. Dabei kommt ihr gut in Kontakt mit euch selbst und auch mit den Bedürfnissen eures Partners.

Mir hat diese Konstellation ermöglicht, meine Praxis aufzubauen und nun auch noch meine Online-Schreibschule und Online-Schreibtherapie, obwohl ich meinen Kleinen vier Jahre zu Hause betreut habe.  Davon haben wir als Familie und Paar profitiert.

 

Neuorganisation der Partnerschaft/Familie

Als Familien und Paare stehen wir also vor der großen Herausforderung, unseren Kindern gerecht zu werden und  ebenso auch uns selbst dabei nicht zu vergessen. Ihr müsst eure Partnerschaft und vielleicht auch euch selbst neu organisieren. Zu den bisherigen Rollen, die wir so inne haben, als Frau/Mann, Partner/in und  Berufsrolle, kommt noch die neue ungewohnte Rolle als Mutter und Vater hinzu. Und diese Rolle ist mit ungleich mehr Verantwortung verbunden, als die anderen, es sei denn dass du im Beruf auch für das Leben anderer Menschen verantwortlich bist.

Für so ein kleines Wesen zu sorgen, bringt eine große Verantwortung mit sich, die so manch einem starke Bauchschmerzen bereiten kann. Auch hier gilt es gut, im Austausch zu bleiben. Vielleicht tut sich der eine leichter damit, als der andere oder es mindert schon den Druck, wenn ihr darüber sprecht.

Oft bringt die neue Familienkonstellation auch neue Erwartungen an den Partner mit sich. Doch diese kann der Partner/die Partnerin nicht ahnen. Auch da braucht es Gespräche, in denen ihr eure Wünsche und Bedürfnisse äußert. Das heisst aber nicht, dass dies auch in der Zuständigkeit des Partners liegt, diese zu erfüllen.  Wichtig ist aber in jedem Falle, dass ihr euch austauscht. Sonst kann es schnell passieren, dass sich einer der Partner benachteiligt und nicht gesehen fühlt.

Doch gerade die regelmäßigen Gespräche, fallen bei vielen Paaren hinten runter, da Zeit und Kraft fehlen. Vor allem, wenn noch Geschwisterkinder da sind, wird  das Ganze nicht einfacher.

Dann sucht euch Hilfe. Wenn Oma und Opa nicht vorhanden sind oder zu weit weg wohnen, dann können auch Babysitter helfen. Sucht euch vertrauensvolle Personen, denen ihr euer Zwerge bedenkenlos anvertrauen könnt. Das können Freunde Bekannte oder auch „Fremde“ sein, die ihre Dienst anbieten. Wir selbst haben unsere Babysitterin auch bei Ebay gefunden und möchten sie nicht mehr missen. Bei uns ist sie auch gleich noch einbisschen Omaersatz.

Also nehmt euch bewusst Zeit, die ihr zusammen verbringt. Plant gemeinsame Zeit als Paar und Familie und verschafft euch gegenseitig Auszeiten. Gerade wenn die Kleinen noch ganz klein sind, habt ihr noch viel Zeit. Wenn sie erst mobilmachen, dann ist es mit der Ruhe vorbei und man ist nur noch am Laufen und Gucken, was sie gerade wieder treiben.

Wenn ihr eine traditionelle Rollenteilung habt, weil das finaziell die sinnvollste Lösung ist,  kann es schon helfen, einfach die Rollen gelegentlich zu tauschen. Dass ich wieder angefangen habe zu arbeiten und mein Mann einen Nachmittag in der Woche die Kinder betreut, hat unserer Beziehung sehr gut getan. Ich konnte auf Arbeit wieder eine andere Seite leben, als die mütterliche Versorungsstation zu sein. Mein Mann konnte den Stress der Arbeit hinter sich lassen. Und wir konnten wieder leichter an der Welt des anderen teilhaben.

Also schaut, wo ihr Gemeinsamkeiten schafft und wo ihr euch gegenseitig Freiräume einräumt. Dies muss immer wieder neu verhandelt werden, so wie sich die Situation der Familie verändert, wenn die Kinder größer werden.

Sorgt gut für euch.

Ich wünsche euch eine WUNDER(-volle) Zeit!

 

 

 

Kinderwunsch und Beziehungskrise

Kinderwunsch und Beziehungskrise

Jede Beziehung hat ihre Höhen und Tiefen und ein unerfüllter Kinderwunsch bedeutet eine erhebliche zusätzliche Belastung.

Vielleicht lief es bei euch ganz rund und erst jetzt in der Krise kommt es zu Spannungen. Oder es gab schon vorher Spannungen, die sich nun durch den unerfüllten Kinderwunsch noch verschärft haben? Vielleicht hofft ihr auch, dass ein Kind die Wogen glätten kann.

Egal, wie es um eure Beziehung bisher bestellt war. Wenn ihr jetzt in einer Beziehungskrise steckt, könnt ihr es als Chance nutzen, noch einmal genau hinzuschauen, ehe sich euer Kind auf den Weg macht.

Denn Beziehungskrisen, werden durch Kinder nicht besser. Eher ist es so, dass viele Paare durch die Geburt eines Kindes und die sich ändernden Anforderungen in die Schieflage geraten. Schlafmangel, generell das Zurückstellen der eigenen Bedürfnisse, sowie kaum Zeit für sich und den Partner, können dazu führen, dass man sich fremd wird und scheinbar aneinander vorbeilebt.

Hierzu folgt ein Artikel.

Nun lass uns schauen, was bei euch zum Problem wird. Viele von uns haben keine sichere Bindung in ihren Eltern-Kind-Beziehungen erfahren. Dies bleibt natürlich auch in den weiteren Beziehungen nicht ohne Folgen. Je enger die Beziehungen werden, desto mehr werden die alten Überlebensmuster, aus der Bindung zu den Eltern, aktiviert. Je nach Erfahrung mit den Eltern, bilden Kinder verschiedene Bindungsstile. Sicher hast du schon mal davon gehört.

Bindungsstile

Ich möchte jedoch an dieser Stelle dennoch kurz ein paar Zeilen dazu schreiben. Wenn es einer Mutter gelingt, ihr Kind liebevoll zu versorgen und ihm auch das zu Teil werden zu lassen, was es braucht, dann wird das Kind eine sichere Bindung aufbauen. Es wird sich selbst als geliebt, wertvoll und gewollt erleben. Anderen Menschen und der Welt wird es mit Offenheit und ohne Misstrauen begegnen. Dies erscheint zunächst erstmal gar nicht schwierig, zumal Kinder äußerst tolerant sind. Nur starke Mangelzustände oder langanhaltende führen zu dauerhaften Folgen.

Ist eine Mutter aber sehr gestresst und das Kind erlebt im Allgemeinen eher Ablehnung oder Genervtheit, wenn es seine Bedürfnisse anmeldet, dann wird es sich unsicher an die Mutter binden. Es hat unterschiedliche Möglichkeiten darauf  zu reagieren. So kann es sein, dass es sich zurücknimmt und versucht seine Bedürfnisse so gering, wie möglich zu halten. Es kann aber auch sein, dass es eher renitent wird und versucht seine Belange mit Gewalt und Krawall durchzusetzen. Auch Humor ist eine Strategie, um sich Aufmerksamkeit zu verschaffen.  Menschen, die sich nicht wirklich auf andere einlassen können und wie eine Insel erscheinen, haben einen vermeidend-unsicheren Bindungsstil entwickelt.

Es kann es auch sein, dass die Mutter manchmal ganz liebevoll und dann wieder, völlig unberechenbar abweisend reagiert. Meist hat sie dann selbst einen unsicher-ambivalenten Bindungsstil. Es kann aber auch sein, dass Umstände immer wieder dazu führen, dass sie Mutter zeitweise überfordert ist und sich nicht so liebevoll, wie sonst um ihr Kind kümmern kann. Wenn dies einschneidende Erfahrungen für das Kind sind, dann wird es einen unsicher-ambivalenten Bindungsstil ausbilden. Dies ist der häufigste Bindungsstil und er hat es besonders in sich.  Denn er stiftet immer wieder Verwirrung in Beziehungen. Wer selbst nicht weiß, dass der ambivalent gebunden ist, versteht seine eigenen Gefühle und sein Verhalten meist selbst nicht. Ganz zu schweigen vom Gegenüber.  Denn ambivalent gebundene Menschen verhalten sich in Beziehungen wie Ping-Pong-Bälle. Es ist ein stetiges (emotionales) Kommen und Gehen. Sie sehnen sich nach Nähe, können sie jedoch nicht ertragen. Wenn es ihnen zu eng wird, ergreifen sie die Flucht. Wenn dann wieder ausreichend Abstand ist, vergehen sie vor Sehnsucht. Das Verhalten kann stark variieren und mit unter ist dieser Bindungsstil nur schwer zu identifizieren.  Oft organisieren sich die Betreffenden ihre Beziehungen so, dass sie nicht in „Not“ geraten. Wochenendbeziehungen und Affären ermöglichen Beziehung, die dennoch ausreichend Raum lässt. Wenn sich die Bedingungen jedoch ändern, vielleicht weil man zusammenzieht, da man ein Kind zusammen haben möchte, dann kann dies plötzlich zu erheblichen Schwierigkeiten führen.

Und dann gibt es noch einen für uns hier relevanten Bindungsstil, den unsicher-bindenden. Diese Menschen suchen ständig die Nähe und es kann ihnen gar nicht eng genug sein. Das kann den Partner schnell erdrücken, da es zu erheblichen Einschränkungen führen kann. Außerdem neigen unsicher-bindende Personen oft zu starker Eifersucht und Kontrollverhalten.

Der letzte Bindungsstil, der desorganisierte,  wird durch schwerste Vernachlässigung hervorgerufen und führt dazu, dass das Kind und auch der spätere Erwachsene nicht in der Lage ist, sich zu binden.

Unsicher gebunden- dennoch ist nichts verloren

Wenn du dich in einem der oben beschriebenen Bindungsstile wiederfindest, dann ist das vielleicht frustrierend für dich. Ich möchte dir aber Mut machen, dich damit auseinanderzusetzen. Denn ein unsicherer Bindungsstil macht es nicht unmöglich eine liebevolle Beziehung zu führen. Man muss nur lernen die eigenen Bedürfnisse zu wahren und dabei den anderen ebenso zu berücksichtigen in seinen Belangen. Dazu braucht es natürlich Achtsamkeit, sich und dem anderen gegenüber, und vor allem auch Kommunikation. Es kann eine Bereicherung für die Beziehung darstellen, sich seinen Mustern zu stellen und den anderen Stück für Stück näher an sich heran zu lassen. Dabei solltest du  jedoch deine Ängste, nicht einfach ignorieren, sondern thematisieren und wenn nötig mit professioneller Hilfe aufarbeiten.

Wenn man sich die eigenen Muster nicht anschaut, neigt man schnell dazu, dem inneren Kind die Regie zu überlassen und das möchte endlich versorgt und beschützt werden. Doch das ist nicht die Aufgabe deines Partners oder deiner Partnerin. Sie ist kein Elternersatz. Wenn ihr auch gegenseitig Verantwortung für einander in einer Beziehung übernehmt und versucht, gut für den anderen zu sorgen, so ist es doch die beste Beziehungspflege, gut für sich selbst zu sorgen.

Außerdem braucht es Geduld- mit dir selbst und auch mit deinem Partner, wenn ihr etwas verändern wollt. Ich erlebe es in der Praxis immer wieder, dass die Partner jeweils in Dauergefechtsstellung sind. Entweder befinden sie sich beide in Angriffsstellung, immer einer geht in Deckung oder beide schleichen umeinander herum, um ja nur den anderen nicht zu verletzen. Das bringt alles nicht weiter, da es nicht ehrlich ist. Wichtig ist es, wieder eine Basis zu finden, auf der man friedlich und wohlwollend miteinander umgeht. Dass man nicht ständig darauf wartet, dass der andere wieder etwas falsch macht oder anderes herum fürchtet, einen Fehler zu machen, der wieder zum Konflikt führt.

 

Ohne Kontakt keine neuen Erfahrungen

Nur im gegenseitigen Kontakt und Austausch kann es gelingen, die alten Muster zu überwinden und neue Erfahrungen zu machen. Reflektion der eigenen Ängste und der folgenden Reaktionen ermöglicht euch, euch besser zu verstehen – jeder für sich selbst und ebenso den anderen.  Zu verstehen heißt nicht, dass sich gleich alles verändert. Ihr werdet noch oft voreinander weglaufen, klammern oder auch auf Abstand gehen. Und es wird dem anderen auch nicht immer gelingen, es nicht persönlich zu nehmen. Aber mit jedem mal, wo ihr es zumindest im Nachhinein reflektieren und klären könnt, werdet ihr euch ein Stück näher kommen und mehr Vertrauen zum anderen fassen. Und das ist schon die halbe Miete. Mit der Zeit wird es euch leichter fallen, in der Situation zu realisieren, was gerade geschieht und es auch gleich anzusprechen. Wenn ihr es schafft respektvoll mit den Ängsten des anderen umzugehen und jeder auch an sich arbeitet, diese Ängste zu überwinden, dann werden die Muster sich abflachen. Man kann sie nicht einfach deinstallieren, wie das mit nicht mehr benötigten Programmen beim Computer möglich, aber man kann lernen, gut damit zu leben. Dann bereiten sie nur in Ausnahmesituationen noch erhebliche Schwierigkeiten.

Gerade in der ersten Reflektionsphase oder Phasen besonderer Anforderungen, kann es durchaus sinnvoll sein, sich professionelle Hilfe zu suchen. Ich und andere Paartherapeuten stehen auch in dieser Zeit gern unterstützend zur Seite.

In meiner Praxis findet zum Thema Authentisch Kommunizieren in Paarbeziehungen an folgenden Abenden 26.10. und 02.11. 18-21 h ein Workshop statt. Die Kosten betragen 40 EUR pro Person oder 75 EUR pro Paar.

Wer Interesse hat, kann sich gern unter www.krieger-psychotherapie.de näher informieren. Bei Fragen stehe ich auch gern telefonisch zur Verfügung oder per Mail: info@krieger-psychotherapie.de (unter dieser Mail ist auch eine unmittelbare Anmeldung möglich).

Schreibend durch die Kinderwunschzeit

Schreibend durch die Kinderwunschzeit

 

Wieso schreiben bei Kinderwunsch?

Wie ich schon im ersten Artikel geschrieben habe, habe ich nicht die Lösung für jeden unerfüllten Kinderwunsch.  Doch neben persönlichen Erfahrungen, teile ich auch Erfahrungen aus meiner Praxisarbeit mit euch.

Ich bin seit 2012 Schreibtherapeutin und habe diese Methode noch nie so oft eingesetzt, wie in der Kinderwunschbegleitung. Denn Schreiben hat auch in diesem Bereich große Vorteile und wird auch gern von den Frauen genutzt.

Wieso ist Schreiben gerade in der Kinderwunschzeit so hilfreich?

Schreiben ist zunächst einmal eine Fertigkeit, die der Großteil der Bevölkerung beherrscht. Und dabei ich es in verschiedenen Settings einsetzen. So kannst unter Anleitung schreiben, in der Sitzung, als Hausaufgabe, Online und auch in Eigenregie. Anleitungen zum Schreiben werden so frei wie möglich und so konkret wie nötig formuliert, damit es in die richtige Richtung geht, aber das unbewusste Wissen auch nicht unnötig eingeschränkt wird.

Beim therapeutischen Schreiben, ist das Ziel der emotionale Ausdruck und kognitive Veränderungen. Dabei ist der stilistische Ausdruck völlig nebensächlich. Es geht also nicht darum schöne Texte zu schreiben, sondern authentische. Bereits dadurch kommt es zur Entlastung, wie nach einem Gespräch, in dem man alles loswerden konnte. Doch manchmal reicht das allein nicht aus und es braucht zusätzlich eine neue Perspektive auf die Dinge.  Vor allem, wenn du unter Anleitung und häufiger schreibst, lichtet sich das Chaos und unübersichtliche Sachverhalte werden fassbar, du kannst neue Zusammenhänge erkennen und zu neuen Einsichten kommen. Beim Schreiben kannst du spielerisch die Perspektive wechseln und musst dir keine Gedanken um Konventionen machen. Selbst Fantasiewelten kannst du kreiieren, in denen allen möglich ist.

Schreiben eröffnet dir einen Raum, in dem du dich neu ausprobieren kannst und  die in dir liegenden Lösungen finden kannst.  Wenn sich der Kinderwunsch nicht erfüllt, kann dies körperliche Ursachen haben, die sich nicht beheben lassen. Oft sind es aber auch psychische und/oder psychosomatische Zusammenhänge die eine erfolgreiche Schwangerschaft behindern.

Um diese aufzudecken ergründe ich regelmäßig mit meinen PatientInnen, die eigene Kindheit und die Eltern-Kind-Beziehung. Gab es in dieser Beziehung traumatische Erfahrungen? Haben sich durch die Beziehung zu den Eltern ungünstige Einstellungen zum Mutter- bzw. Vatersein gebildet? Ebenso betrachten wir die Paarbeziehung. Ist in Takt oder gibt irgendwo Klärungsbedarf?

Auch Abhängigkeit ist ein Thema. Zum einen ist die Frage, ob es ungünstige Abhängigkeiten gibt. Anderseits schauen wir aber auch, ob Ängste vor notwendigen Abhängigkeiten bestehen. Denn ein Kind zu bekommen, bedeutet in den meisten Fällen, sich zumindest in der ersten Zeit vom Partner und Staat finanziell abhängig zu machen. Gibt es Ängste vor finanzieller Unsicherheit? Hat die Frau Angst, sich selbst mit einem Kind die berufliche Zukunft zu verbauen oder ihre Selbstverwirklichung einzuschränken?

Auch die aktuelle Lebenssituation schauen wir uns gemeinsam an. Gibt es Umstände, die eine Schwangerschaft behindern? So kann es zum Beispiel sein, dass du mit den Schwiegereltern in einem Haus wohnst, die Beziehung allerdings nicht die beste ist. Dann würdest du dich vielleicht mit einem Kind dort eingesperrt fühlen.

Darüber hinaus können uns auch Aussagen in emotionalen Situationen und ängstliche Einstellungen ein Bein beim Kinderwunsch stellen. Eine Patientin geriet in eine Turbulenz beim Fliegen und meinte zu ihrem Mann: „Ehe ich sterbe, bekomme ich noch ein Kind.“ Für ihren Körper bedeutete das, das sie sterben wird, wenn sie ein Kind bekommen hat. Aus reinem Selbstschutz wurde sie nicht schwanger. Erst als wir diese Blockade lösten, wurde sie nach 4 Jahren erfolglosen Versuchens endlich schwanger und bekam einen gesunden Sohn.

Eine andere Patientin musste zunächst ihren Lebensmittelpunkt in eine andere Stadt verlegen und sich beruflich neu orientieren, damit es endlich klappte mit dem ersehnten Kind.

Doch nicht immer ist es so einfach. Auch schwere und komplexe traumatische Erfahrungen, wie Missbrauch können hinter einem unerfüllten Kinderwunsch stecken.  Auch in diesen Fällen ist das Schreiben eine wunderbare Methode zur Aufarbeitung von Traumata. Dies sollte man jedoch nie allein und Eigenregie versuchen, sondern sich immer professionelle Hilfe suchen.

Im Folgenden gebe ich euch durch ein paar Schreibanleitungen einen kleinen Einblick in die Möglichkeiten der Schreibtherapie.

 

Schreibanleitung -1-

  1. Lege dir eine Mind-map an zu den Stichworten „gute Mutter“. Notiere diese Stichworte in die Blattmitte und trage ringsum alles an, was dir spontan dazu einfällt. Versuche es nicht zu zensieren.

 

  1. Schreibe nun einen Text über eine werdende Mutter und ihre Ängste. Wie du ihn verfasst ist dir völlig freigestellt.

 

Mit dieser Art der Anleitung kannst du deine Ängste, betreffend deiner Mutterrolle aufdecken. Sicher sind dir einige davon bereits bekannt. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden sich aber auch neue Ängste offenbaren, die dir bisher noch nicht bewusst waren.

 

Schreibanleitung -2-

  1. Stelle dir vor, wie es sein wird, wenn du schwanger bist und schließlich ein gesundes Kind zur Welt bringst. Schreibe diese Vorstellung auf.

 

  1. Male ein Bild, dass deinen Text zusammenfasst

 

  1. Finde ein Symbol für deine Vorstellung

 

Diese Art der positiven Ausrichtung soll dich durch schwere Zeiten tragen, wenn daran zweifelst, dass es noch klappen wird oder ob der du die Belastungen weiter in Lauf nehmen willst.  Es leitet dich in die richtige Richtung. Und bereitet dich auf allen Ebenen auf die Erfüllung dieser Vorstellung vor.

 

Ich wünsche dir eine WUNDERVOLLE Zeit!

 

Wenn du Hilfe bei der Deutung deiner Texte benötigst kannst du mich gern kontaktieren.